Spannungsfeld Selbstbestimmung … in der christlichen Sozialen Arbeit

 
Selbstbestimmung wurde in den letzten Jahrzehnten zunehmend zu einem zentralen Wert in unserer Gesellschaft. Nach und nach wurden entsprechende Anliegen auch in der Sozialen Arbeit gefordert und konzeptionell umgesetzt. Die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention durch die Schweiz war in dieser Hinsicht ein weiterer Meilenstein.

 

Institutionen der (christlichen) Sozialen Arbeit kommen in vielfältiger Weise mit dem Thema in Berührung. Dabei wurden einerseits in den letzten Jahrzehnten eine Reihe von Forderungen zur Selbstbestimmung mit einem grossen Konsens und auch in Abgrenzung zu früheren fremdbestimmten Interventionen übernommen (angefangen beim Einbezug der KlientInnen bei „grossen“ Entscheidungen z.B. in der Wahl der Institution bis hin zu „kleinen“ Entscheidungen im Alltag wie der Wahl der Kleidung). Andererseits entstanden bei verschiedensten Themen Spannungsfelder zwischen der Unterstützung der KlientInnen in ihrer Selbstbestimmung und den eigenen Werten von Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagogen – dies insbesondere im Rahmen einer christlichen Sozialen Arbeit, wo davon ausgegangen wird, dass Werte nicht beliebig sondern dem Menschen gesetzt sind (mit der zusätzlichen Herausforderung, dass diese Werte in der jeweiligen Zeit und Kultur vom Einzelnen wie auch von Gemeinschaften unterschiedlich interpretiert werden).

 
Wie können Fachpersonen im Rahmen einer christlichen Sozialen Arbeit in diesen Spannungsfeldern unterstützt werden, um aktuelle Fragestellungen sorgfältig und fachlich differenziert zu reflektieren und darauf aufbauend selbstverantwortende Entscheidungen in ihrem Berufsalltag zu treffen?

 

Die Fachtagung soll die Möglichkeit bieten, das Thema der Selbstbestimmung aus christlicher Sicht grundlegend zu reflektieren und anhand von exemplarischen Fallbeispielen zu bearbeiten.